Dienstag, 4. September 2007Integration von Open-Source-Applikationen
Letzte Woche hatte ich für ADAMATIS einen Termin bei einem größeren Telekommunikationsunternehmen, das bereits einige E-Selfservice-Angebote betreibt, u.a. mit Hilfe einer proprietären Software-Suite. Zu meiner Überraschung bestand die prinzipielle Bereitschaft, diese Software durch Open-Source-Software zu ergänzen oder sogar komplett abzulösen. Doch genau hier liegt das Problem mit Open Source: Es gibt zwar mittlerweile für fast alle Teilaspekte von E-Selfservice gute bis sehr gute Open-Source-Applikationen. Was bislang jedoch fehlte, ist eine flexible Integrationsschicht, die die Kommunikation dieser Komponenten untereinander koordiniert und zu einer Best-of-Breed-Plattform zusammenfasst.
Zwar lassen sich fast alle Open-Source-Projekte, die ein DBMS erfordern, auf MySQL aufsetzen - das ist jedoch nur der kleinste gemeinsame Nenner. Die Kommunikation der verschiedenen MySQL-Datenbanken untereinander zur Synchronisation, zum Datenaustausch oder für Transformationen musste bislang für jeden Einzelfall mühsam neu programmiert werden. Es gab in der Open-Source-Welt für die Zusammenführung der Applikationen kein übergreifendes Integrations-Framework, keine einheitliche Webservices-Schnittstelle oder ähnliches - und eine ausgewachsene ESB-Lösung (Enterprise Service Bus) wie Mule oder Open ESB ist für die meisten Anwendungsfälle wiederum eine Nummer zu groß. Doch seit kurzem gibt es mit der - bislang noch relativ unbekannten - Open-Source-Software Jitterbit eine Lösung, die Entwickler und Integratoren um den größten Teil der manuellen Integrationsarbeit entlastet. Jitterbit besteht aus einem Integrations-Tool, das auf dem Server läuft, und einem Client mit grafischer Oberfläche, über den sich die Server-Komponente sehr benutzerfreundlich und flexibel konfigurieren lässt. Da die Client-GUI auf Java Swing basiert, ist sie Plattform-unabhängig und setzt lediglich das Vorhandensein des JRE ab Version 1.5 voraus. Der Jitterbit-Client erlaubt für den Jitterbit-Server die Definition von Datenquellen und -zielen, von Zeitplänen für Synchronisationen und von Transformations-Regeln - letztere auch als Wrapper für den Aufruf von Webservices. Um noch mehr Flexibilität zu bieten, stellt Jitterbit mit der neuen Version 1.2 auch eine Plugin-Schnittstelle zur Verfügung, die es Nutzern erlaubt, die Software ohne Eingriffe in den bestehenden Quellcode um eigene Funktionalitäten zu erweitern. Außerdem hat Jitterbit mit dem 1.2-Versionszweig mittlerweile einen Grad der Fehlerfreiheit erreicht, der den Einsatz für kommerzielle Projekte zulässt. Einen ausführlichen Screencast, der demonstriert, wie sich mit Jitterbit Daten aus der Oracle-Datenbank eines ERP-Systems extrahieren lassen, in ein gewünschtes Textformat konvertiert werden und das Ergebnis als Datei auf einem FTP-Server abgelegt wird, finden Sie hier. (Übrigens: Mit Jitterbit lassen sich natürlich auch Closed-Source-Applikationen integrieren, sofern die erforderlichen Schnittstellen vorhanden und angemessen kommentiert sind bzw. zumindest das Datenbank-Schema ausreichend dokumentiert ist.) Ein kleiner Wermutstropfen beim praktischen Einsatz von Jitterbit ist, dass es nicht mit MySQL arbeitet, sondern eine PostgreSQL-Installation (derzeit 7.4.11 bis 8.0.x) voraussetzt, was die Installation etwas aufwändiger gestalten kann. Ein Apache Webserver, über den der Jitterbit-Server per SSL-gesicherte Webservices mit seinem Client kommuniziert, wird von Jitterbit automatisch lokal mitinstalliert und benutzt einen speziellen Port, um einem eventuell bereits vorhandenen Webserver für Port 80 nicht in die Quere zu kommen. Lassen Sie sich diesbezüglich von den dürftigen Installationsinformationen auf der Jitterbit-Website nicht abschrecken. Wenn Sie den Tarball für die Server-Komponente erst einmal geladen und entpackt haben, finden Sie in der Datei Install.html eine sehr ausführliche Anleitung und auch das interaktive Installationsskript install.sh ist recht auskunftsfreudig. |
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Vor einem guten Jahr habe ich Ihnen mit Jitterbit eine Open-Source-Lösung für die Integration von (Open-Source-)Applikationen vorgestellt. Während Jitterbit eine US-Entwicklung ist, existiert mit Talend Open Studio eine Open-Source-Alternative zu Jitterbi
Aufgenommen: Nov 05, 15:30