Kürzlich hatte ich eine Diskussion über Open-Source-Geschäfts- und Lizenzmodelle mit einem bekannten Open-Source-Unternehmen, das schon etliche Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet hat. Dabei wurde mir gegenüber die strategische Bedeutung der
Control Points betont - ein Begriff, der mir zuvor in Zusammenhang mit Open Source noch nie begegnet war.
Ein Control Point ist ein Kontrollpunkt, über den Sie die von Ihnen entwickelte Software trotz Open-Source-Lizenz weiterhin "im Griff" behalten, so dass ein anderes Unternehmen nicht einfach Ihre Software forken und mit minimalem Aufwand als Wettbewerber zu Ihnen auftreten kann.
Ein Control Point kann natürlich nicht den Software-Code selbst betreffen, den Sie unter einer Open-Source-Lizenz zur Verfügung stellen, denn hier haben Sie - abgesehen vom Urheberrecht - bereits alle wichtigen Rechte an die Nutzer abgetreten. Vielmehr muss ein Control Point das Umfeld dieses Software-Codes betreffen, also zum Beispiel die Kontrolle über
- eine wichtige Erweiterung (die nicht unter einer Open-Source-Lizenz steht)
- eine aufwändig gestaltete Benutzeroberfläche (die nicht unter einer Open-Source-Lizenz steht)
- eine attraktives Zusatzleistung (automatisierte Online-Updates, Gewährleistungen, etc.)
- ein exklusives Netzwerk von Partnern (für Vor-Ort-Services und -Support)
Die Herausforderung ist es, Control Points zu finden, die auf der einen Seite die Verbreitung eines Open-Source-Projektes nicht behindern. Auf der anderen Seite müssen die Control Points jedoch sicherstellen, dass das Unternehmen, dass die Entwicklung der Open-Source-Software finanziert, eine faire Möglichkeit erhält, davon auch geschäftlich zu profitieren.
In meinem Beitrag Geld verdienen mit Open Source vom August des letzten Jahres habe ich eine Liste von Vorschlägen zusammengestellt, wie sich mit Open-Source-Software Geld verdienen lässt. Diese Liste habe ich übrigens immer dann, wenn ich auf einen neuen
Aufgenommen: Jun 02, 08:55