Das
Linux Magazin enthält in seiner aktuellen Ausgabe 8/07 auf Seite 94 und 95 einen sehr interessanten Artikel mit dem Titel "Diktat des Kalenders". In dem Artikel berichtet das Linux Magazin über die
Dissertation "Quality Improvement in Volunteer Software Projects" von Martin Michlmayr, der Projektleiter bei Debian war.
Während die (
feature based) Release-Politik von Debian bekanntermaßen "Debian, veröffentlicht, wenn die Zeit gekommen ist" lautet, kommt Martin Michlmayr in seiner Doktorarbeit laut Linux Magazin zu dem Ergebnis, dass "im Jahr 2007 diese flapsige Bemerkung kein guter Wahlspruch mehr für qualitätsbewuste Softwareprojekte ist".
Begründet wird dies damit, dass zum einen das Debian-Motto immer wieder zu Verzögerungen bei einer geplanten Veröffentlichung geführt hat, was für Entwickler und Anwender gleichermaßen frustrierend war. Zum anderen bricht aufgrund der zeitlich großen Abstände zwischen zwei Releases bei einem plötzlichen Einfrieren des Funktionsumfangs (
Feature Freeze) für das nächste Release Panik unter den Entwicklern aus. Jeder möchte noch schnell seine Features einbringen (damit er/sie nicht auf die nächste Version warten muss). Dies führt wiederum zu Code, der in aller Eile geschrieben wird und entsprechend fehlerbehaftet ist. Und die Bugs im Code führen wiederum zu Verzögerungen beim Release.
Martin Michlmayr empfiehlt daher
time based Releases, d.h. die Releases werden veröffentlicht, wenn ein festgelegter Zeitpunkt - und nicht ein bestimmter Funktionsumfang - erreicht ist.
In einem späteren Beitrag werde ich berichten, was wir bei AGNITAS durch unsere Open-Source-Software OpenEMM über Release-Management gelernt und welche Konsequenzen wir daraus - auch für unser kommerzielles Produkt - gezogen haben.
Eine grundsätzliche Frage, die sich die Entwickler einer Open-Source-Software immer wieder stellen müssen, ist: Wie oft sollen wir die Software in einer neuen Version veröffentlichen und auf welche Weise diese Aktualisierungen planen? Das Open-Source-M
Aufgenommen: Sep 19, 12:17