Mit der Einnahmequelle "Upgrade auf kommerzielle Version" verlassen wir erstmals die reine Open-Source-Lehre. Eine ganze Reihe von Open-Source-Unternehmen (die vornehmlich durch Venture Capital finanziert sind) verfolgt mittlerweile das Geschäftsmodell, die Basisversion einer Software als Open-Source-Version kostenlos zu verbreiten, um schnell und ohne große Marketing- und Vertriebskosten eine hohe Reichweite und breite Nutzerbasis aufbauen zu können.
Im zweiten Schritt wird dann den Nutzern der Open-Source-Version eine kostenpflichtige Closed-Source-Variante der Software angeboten, die attraktive Zusatz-Features bietet, damit der ein oder andere Anwender, der die Open-Source-Software schätzen gelernt hat und konkreten Nutzen daraus zieht, für den Umstieg auf die kommerzielle Version zahlt.
Die Migration der Nutzer einer Open-Source-Software auf die kommerzielle Version kann jedoch nur gelingen, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind:
- Die kommerzielle Software muss Zusatznutzen bieten, die zumindest für intensive Nutzer der Open-Source-Version so attraktiv sind, dass sie den Wechsel auf ein kostenpflichtiges Produkt in Betracht ziehen.
- Die Bedienung der kommerziellen Version muss - soweit möglich - identisch zur Open-Source-Version sein, damit der Nutzer nicht umlernen muss und kein Einarbeitungsaufwand anfällt.
- Die kommerzielle Software muss das gleiche Datenmodell verwenden, damit sich die Bestandsdaten aus der Open-Source-Version problemlos, d.h. ohne zusätzlichen (und teuren) Konvertierungsaufwand, weiternutzen lassen
Bei AGNITAS verfolgen wir mit dem
OpenEMM als Basisversion des kommerziellen E-Marketing Manager (EMM) ebenfalls die beschriebene Upgrade-Strategie. Der OpenEMM ist eine ausgereifte Open-Source-Software, die alle wichtigen Funktionen für E-Mail-Marketing und Transaktionsmails abdeckt und weltweit von tausenden Nutzern regelmäßig eingesetzt wird.
Doch der EMM bietet gegenüber dem OpenEMM noch zusätzliche Premium-Features wie z.B. Mandantenfähigkeit, Auto-Optimierungen und Website-Tracking sowie den Zusatznutzen, dass er auf mehrere Server verteilt werden kann und damit bezüglich Verandgeschwindigkeit und Link-Tracking-Kapazität beliebig skalierbar ist. Damit bietet der EMM einige attraktive Vorteile, die schon manchen OpenEMM-Poweruser zum Umstieg bewegt haben. Aus eigener Erfahrung kann ich daher sagen, dass das Upgrade-Geschäftsmodell - zumindest in unserem Fall - funktioniert.