Zur Zeit befinde ich mich auf dem Open-Source-Kongress
OSCON in Portland/USA, dem Mekka der Open-Source-Szene, und wie
bereits versprochen, werde ich von hier berichten.
Während Montag und Dienstag nur einige halbtägige Tutorials stattgefunden haben, ist die OSCON heute mit den Keynotes und über 400 Sessions richtig gestartett. Den Auftakt bildeten eine etwas pathetische Begrüßung durch den Veranstalter sowie die erste Keynote von Gründer Tim O'Reilly. Er startete angesichts des 10. Geburtstag der OSCON mit einem historischen Rückblick, zeigte dann, dass in immer mehr Stellenausschreibungen Kenntnisse von Open-Source-Produkten gefordert werden (interessanterweise mit dem größten Wachstum bei Unternehmens-Applikationen), gefolgt von der Vorstellung aktueller Trends wie Cloud Computing. Zuletzt forderte er die anwesenden Entwickler auf, an einer Open Web Platform und einer Open Phone Platform zu arbeiten und stellte die bereits vorhandenen Ansätze vor.
Danach musste ich leider gehen, um mich auf meinen eigenen
Vortrag vorzubereiten, der mit ca. 50 Teilnehmern erfreulich gut besucht war (unter anderem auch mit Mitarbeitern von IBM, Intel und Microsoft). Die OSCON-Keynotes werden allerdings auf einer
speziellen Website online gestellt, so dass man sich dort nochmal in Ruhe anschauen kann.
Hier schon mal ein paar allgemeine Beobachtungen:
- Die (technisch anspruchsvollen) Themen der Sessions sind hauptsächlich auf berufliche Software-Entwickler ausgerichtet
- alles ist sehr informell: niemand trägt einen Anzug, niemand trägt eine Krawatte, aber kurze Hosen sind sehr beliebt
- überall ist kostenloser Internet-Zugang über ein offenes WLAN möglich
- über die Hälfte der Teilnehmer hat während der Sessions geöffnete Notebooks auf dem Schoß
- dies hat zur Folge, dass man als Vortragender schon während der Session die ersten E-Mails erhält, diese in der nächsten Pause beantworten kann und wenig später schon wieder eine Antwort darauf erhält
- man erhält vom Veranstalter ständig E-Mails mit neuen Informationen, Einladungen, etc. - das funktioniert tatsächlich, weil die Teilnehmer eben fast ständig online sind
- ich sitze in der Speaker Lounge mit sieben anderen Personen an einem Tisch, und ich bin der einzige der nicht mit einem Apple-Notebook arbeitet
Wenn ich all das mit der
OSMB in Deutschland dieses Jahr vergleiche, liegen doch noch (immer) Welten zwischen Europa und USA!