Freitag, 25. Juli 2008Bericht von der OSCON (Teil 2)
Nach zwei Tagen OSCON stelle ich fest, dass ein (etwas ansteckender) elitärer Geist durch die Vortragsräume des Kongresses weht, nach dem Motto "Die meisten Menschen verstehen gar nicht, was wir hier tun, aber wir sind dabei, die Welt zu verändern."
Ein großes Thema ist Mobile Computing bzw. die "Open Phone Platform". Nachdem der Desktop nach wie vor von Microsoft beherrscht wird (Windows) und auch der Server-Krieg gewonnen scheint (Linux), ist die Schlacht um mobile Endgeräte noch völlig offen und hat eigentlich gerade erst begonnen. Auf der einen Seite stehen die proprietären Systeme iPhone und Windows, und auf der anderen Seite die Open-Source-Systeme Android, OpenMoko und (neuerdings) Symbian - wobei meiner Meinung nach das Ressourcen-hungrige Windows auf jeden Fall schon verloren hat. Auch das zweite große Thema aus Tim O'Reillys gestriger Keynote, die "Open Web Platform", wurde bereits von mehreren Vorträgen aufgenommen und vertieft. Für die Umsetzung dieser Plattform wurde gerade die Open Web Foundation gegründet. Ansonsten herrschen hier Sessions zu Open-Source-Tools für Entwickler und zu den (Open-Source-)Programmiersprachen Perl, PHP, Python und Ruby vor - wobei mich der hohe Stellenwert, der Perl nach wie vor eingeräumt wird, überrascht. Überrascht hat mich auch die Internationalität des Publikums. Allein aus den Follow-Up-Mails auf meinen Vortrag konnte ich sieben Nationalitäten identifizieren (Australien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, USA). Darüber hinaus sind hier zahlreiche große IT-Unternehmen wie HP, IBM, Intel und auch Microsoft mit Mitarbeitern vertreten, oft auch mit einem eigenen Stand. Dadurch hat die den Kongress begleitende Austellung schon das Format einer kleinen Messe. Allerdings scheint die Standgröße der Teilnehmer nicht unbedingt mit der Bedeutung des jeweiligen Unternehmens dahinter zu korrelieren - so hat Google beispielsweise einen Ministand mit nur einem einzigen Mann als Standbesatzung. Zum Schluss noch ein kleiner Kritikpunkt: Etwas schade finde ich, dass der Kongress auf der einen Seite thematisch etwas ausufert, auf der anderen Seite aber aus meiner Sicht wichtige Themen fehlen. So werden viele Bereiche behandelt, die nur am Rande mit Open Source zu tun haben oder gar nicht (allerdings sehr unterhaltsam aufbereitet sind). Auf der anderen Seite werden Profi-Entwicklerthemen wie Open-Source-Frameworks, innovative Entwurfsmuster und Entwicklungen rund um Java (seit kurzem ebenfalls open source) nur wenig bis gar nicht behandelt. Trackbacks
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