Als Abschluss meiner Serie
Richtig Geld verdienen mit Open-Source habe ich fünf weitere interessante Ansätze für Einnahmequellen zusammengestellt, die bereits von dem ein oder anderen Unternehmen in der Praxis eingesetzt werden. Ich werde diese Konzepte jedoch nicht weiter kommentieren, weil ich der Meinung bin, dass die Erfolgsaussichten der verschiedenen Ideen stark abhängig von Typ und Komplexität der jeweiligen Open-Source-Software sind:
- Der Entwickler einer Open-Source-Software konzentriert sich bei seinen Dienstleistungen zu Service&Support auf (wenige) Multiplikatoren wie z.B. Internet-Provider und -Hoster, Systemhäuser und -integratoren sowie Agenturen und bietet diesen einen 2nd-Level-Support an, während die Partner für ihre (vielen) Kunden den 1st-Level-Support leisten.
- Bugfixes für bestimmte Versionen werden vom Entwickler einer Open-Source-Software nur die ersten 3, 6 oder 12 Monate oder bis zur Verfügbarkeit des nächsten Releases kostenlos angeboten. D.h. wer ein bestimmtes Release länger nutzen und nicht ständig updaten möchte, muss einen Wartungsvertrag abschließen, um weiterhin Bugfixes für sein Release zu erhalten.
- Der Entwickler einer Open-Source-Software bietet Binärversionen des Source Codes ausschließlich gegen Gebühr im Abonnement an. Die Binärversionen werden für verschiedene (Betriebssystem-)Plattformen angeboten und der Entwickler garantiert jeweils deren Lauf- und Funktionsfähigkeit.
- Zur komfortablen Verwaltung von großen Installationen einer Open-Source-Software bietet deren Entwickler bedienungsfreundliche und zeitsparende Monitoring- und Administrations-Tools an, die im Gegensatz zum Kernprodukt kostenpflichtig sind.
- Dual Licensing: Steht eine Open-Source-Software unter der GPL und der Nutzer möchte sie mit kommerzieller Software kombinieren (die durch den viralen Charakter der GPL dann ebenfalls zu Open Source werden würde), kann er vom Inhaber der entsprechenden Rechte (in der Regel der Entwickler als Urheber) eine alternative Lizenz mit Nutzungs- und Verwertungsrechten für den kommerziellen Einsatz erwerben.
Abschließend ist zu sagen, dass Sie sich bei der Wahl der Geschäftsmodelle nicht auf ein einziges verlassen sollten, denn in der Regel werden von drei Konzepten ein bis zwei nicht funktionieren. Vielmehr müssen Sie von Anfang an auf mehrere Standbeine setzen, um eine stabile Basis für regelmäßige und auskömmliche Einnahmen zu schaffen.